Achtung Fälschung – Arzneimittelbezug über unseriöse Internetanbieter kann lebensgefährlich sein

Achtung Fälschung – Arzneimittelbezug über unseriöse Internetanbieter kann lebensgefährlich sein

Kategorien: Pressemeldungen

Europäische Sicherheitsbehörden haben in 33 Ländern Razzien gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten und Anabolika durchgeführt. An dem bislang größten Einsatz dieser Art namens „Operation Viribus“ waren laut europäischer Polizeibehörde Europol auch deutsche Ermittler beteiligt. Nach Angaben von Europol wurden insgesamt rund 3,8 Millionen gefälschte Medikamente und Dopingmittel sichergestellt.

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, sieht in der aktuellen Berichterstattung über gefälschte oder gepanschte Arzneimittel einen weiteren Beweis der Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken für eine sichere Arzneimittelversorgung.

Engelen: „Apotheker sind gesetzlich verpflichtet, in ihren Apotheken täglich mindestens ein industriell hergestelltes Arzneimittel auf Qualität zu prüfen. Bei 20.000 wohnortnahen Apotheken in Deutschland seien das jährlich rund sechs Millionen Tests. Außerdem könnten Kunden von Apotheken sicher sein, dass sie ihre Medikamente ausschließlich von pharmazeutischem Fachpersonal mit entsprechender fachkundiger Beratung erhalten.

„Es kann lebensgefährlich sein, in unseriösen Internet-Apotheken zu bestellen. Dabei ist es nur sehr schwer möglich, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden", erläutert Engelen.

Gefälscht werden nicht nur Lifestyle-Arzneimittel, wie zum Beispiel Potenz-, Haarwuchs- oder Schlankheitsmittel, sondern auch lebenswichtige Medikamente wie Krebsmittel, Blutdrucksenker oder Schmerzmittel.

Patienten sollten kritisch sein, wenn rezeptpflichtige Medikament ohne Vorlage eines Rezepts erhältlich sind. Bedenken sollten auch aufkommen, wenn der Beipackzettel fehlt oder die Verpackung anders aussieht als bei anderen Packungen des gleichen Medikaments.

Bundeskriminalamt und Zoll gehen bei unseriösen Webseiten von einer Fälschungsquote von 50 Prozent aus. Im besten Fall erhalten die Patienten dann Mehl oder Zucker anstelle des eigentlichen Wirkstoffes. Häufig mischen Kriminelle aber auch gesundheitsschädliche Produkte, wie Lacke oder Kleber, unter.

Wenn Patienten vermuten, dass ein gefälschtes Medikament geliefert wurde, können sie sich an ihre Apotheke vor Ort wenden. Jede noch so echt wirkende Fälschung kann durch eine chemische Untersuchung erkannt werden.

Foto: Bei unseriösen Webseiten liegt die Arzneimittel-Fälschungsquote bei 50 Prozent
Quelle: Gina Sanders – stock.adobe.com

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